2011/09/28

Apfel-Tarte, superfix.


Eine wahre Geschichte: Man sitzt mit mehreren Kollegen eine Woche lang in einem kleinen Dorf in Unterfranken fest. Also, ich meine ein richtiges Dorf, nur rund so ein paar Häuser, sonst nichts, keine einzige Einkaufsmöglichkeit oder so. Eines abends beginnt einer, nach dem deftigen Abendessen nach Kuchen zu schreien. Und schon stimmt der nächste ein. Und dann noch einer. Alle brauchen plötzlich ganz dringend noch etwas Süßes. Das ist um diese Uhrzeit quasi unmöglich. Nach 20 Uhr wäre selbst ein Ausflug in die nächstgrößere Stadt aussichtslos gewesen. Man ist also völlig auf sich allein gestellt. Aber da man sich ja ein bisschen auskennt, also ein wenig, mit ein bisschen Teig und Obst und so, kann man ganz fix Abhilfe schaffen: Und zwar mit Apfeltarte. Steht schnell auf dem Tisch und schmeckt wunderbar herbstlich, frisch, warm - toll!  
Und wenn man dann noch zufällig eine ordentliche Kamera mit dabei hat, kann man hinterher drüber bloggen.

2011/09/20

Bursting with flavor: Vanillemuffins


Irgendwie kommt die Vanille ja immer zu kurz. Vanille spielt selten die Hauptrolle, meistens dient sie zum aromatisieren von Kakao, Schokoladen und einfachen Backwaren, kommt vielleicht noch als Zusatzgeschmack in Konfitüren zum Einsatz oder gibt in der eher modernen Küche Geflügel und Fisch den letzten Kick. Der „pure“ Vanillegeschmack ist meistens nur in Eiscreme, Joghurt oder Puddings zu finden. Da es sich hier aber um Kunstprodukte handelt, ist man von dem köstlichen Geruch und Geschmack richtiger Vanille meilenweit entfernt. An echtem Vanillepudding hatte ich mich ja bereits hier versucht. Seitdem haben mich die braunen, intensiv duftenden Schoten aber nicht mehr los gelassen. Ich wollte aber nicht immer nur Vanille als „Zugabe“ verarbeiten, sondern sie zum eigentlichen Star machen, ihr den roten Teppich ausrollen und eine Trophäe verleihen. Ich habe ein wenig an dem Rezept gefeilt, und ja, ein bisschen Vorarbeit ist nötig, aber das lohnt sich ungemein: Noch nie habe ich so ein intensives, feines Vanillearoma geschmeckt. Wozu all die Double-Oreo-Cream-Cheese-Muffins, wozu Triple-Chocolate-Cupcakes? Ein Hohelied auf die Erstklassigkeit der Vanilleschote!
In meinem Rezept verarbeite ich nicht nur Bourbon-Vanilleschoten, sondern auch Bourbon-Vanillesalz und Bourbon-Vanillesirup. Mich hat jüngst die Qualität des Onlineshops madavanilla überzeugt, der wirklich erstklassige Schoten und verwandte Gewürze wie etwa das Salz zu fairen Preisen anbietet. Der Sirup ist selbstgemacht, und ist eine Sache weniger Minuten. Hier möchte ich gerne auf moey's kitchen verweisen, nach deren Rezept ein wirklich toller, intensiver Sirup entsteht. 

2011/09/13

Trauben-Pfannkuchen mit karamellisierten Walnüssen


Mein Freund ist ein groooßer Pfannkuchenfan. Aber immer nur stinknormale Auszugsmehlbomben mit Puderzucker oder Ahornsirup sind ja langweilig, also muss ab und an mal eine neue Idee auf den Tisch. Auch hier kam der Geistesblitz durch die Schrot & Korn (dort: Kleine Trauben-Mohn-Pfannkuchen), aber mit dem Original hat mein Rezept eigentlich nichts mehr gemeinsam. Bis auf die Trauben. Aber die machen sich, so eingebacken im weich-flaumigen Pfannkuchenteig wirklich fantastischund wenn dann noch mit Akazienhonig karamellisierte Walnüsse mit dabei sind, ist es das perfekte Essen für einen kuschligen Nachmittag auf der Couch, wenn's draußen regnet und die Welt einem sowieso den Buckel runterrutschen kann. 
Achso: Und seht ihr eigentlich auf dem rechten Foto auch ein Gesicht in dem Pfannkuchen?! Die Trauben sind die Augen, und dann noch der Mund, die Lippen geformt durch den oberen und unteren Pfannkuchenrand... Haha, ich hab' zu viel Fantasie. 

2011/09/11

Ein süßes Experiment: Zwiebelkuchen mit Weintrauben und Thymian

 

Mit „süßen Experimenten“ titelte die letzte Ausgabe der Schrot & Korn, die ich immer im Bioladen mitgehen lasse. Dieses Mal lachte mich vom Cover das sagenhaft geschmackvolle Foto eines Zwiebelkuchens mit Weintrauben und Thymian an, und eigentlich war binnen Sekunden klar: Das, genau das da, will ich machen, und damit die Herbstsaison in der Küche einläuten. Also krempelte ich vorhin die Ärmel hoch und machte mich daran, den ersten Zwiebelkuchen meines Lebens zu backen. Leider hat sich auch bei diesem Rezept gezeigt, was mir schon häufig bei den Schrot & Korn-Rezepten aufgefallen ist: Die Grundidee ist immer gut, gar fantastisch, was ganz Neues - aber bei den Zutatenmengen und der Zubereitung liegt man immer haarscharf daneben. Da muss die Redaktion wohl noch ein bisschen dran arbeiten. Um es zu konkretisieren: Der Teig sollte auf einem Backblech ausgerollt werden. Aber leider war er so klebrig, dass das nicht möglich war. Verstreichen hingegen klappte gut, also kein Problem. Dann: Die Masse aus Saurer Sahne, Milch und Eiern. Erstens war es viel zu viel. Die Hälfte habe ich gar nicht gebraucht. Dann war es total flüssig. Die Suppe ist mir während des Backvorgangs vom Blech runtergetropft (okay, beim nächsten Mal nehme ich auch kein gelochtes Blech... ). Aber: Ein wirklich sensationeller Geschmack, deswegen empfehle ich diesen Kuchen auch unbedingt weiter.

Die Zutatenmengen habe ich bereits angepasst, die Vorgaben für den Teig aber übernommen - vielleicht habt ihr ja mehr Glück. Oder ihr nehmt ein anderes Rezept für den Boden, eins, das ihr bereits erprobt habt. Und wenn ihr möchtet, könnt ihr mir das ja auch hinterlassen, dann habe ich für den nächsten Zwiebelkuchen schon eine alternative Unterlage. 

2011/09/08

Torta Caprese


Schon wieder was aus der Backstube: Diesmal sollte es ein Schokoladenkuchen für eine Freundin sein, die sich selbst als Schokoholic bezeichnet. Auf Nachfrage bekam ich unheimlich viele, tolle Rezepte geliefert. Ich brütete ewig über den Vorschlägen und konnte mich kaum entscheidenund als ich nach langen, schlaflosen Nächten dann doch einen Entschluss gefasst hatte, rief mich besagte Freundin an und erzählte, sie dürfe aufgrund irgendeiner Magensache derzeit keinen Industriezucker essen.
Ach, könnt ihr euch mein Gesicht vorstellen?
Grmpf. Aber: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und in ein paar Wochen werde ich genau diesen Schokoladenkuchen backen und ihr vor die Haustür stellen. 
Nun hatte ich aber nicht nur schon Unmengen an schokoladigen Vorräten eingekauft, sondern auch so viele andere tolle Vorschläge bekommen... kurz gesagt: Ich fasste einfach schnell den Entschluss, mal wieder die lieben Kollegen mit einem Kuchen zu überraschen. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft... oder so. Also buk (backte? - buk. backte. nein, buk... ) ich die vom Charlottenblog vorgeschlagene Torta Caprese in leicht abgewandelter Form - und bin hin und weg. Ergebnis: Eine Wucht! Schokoladig, aber nicht zu süß, außen knusprig, und innen weich und feuchtfast wie ein Brownie. Liebe ich, wird wieder gemacht!

2011/09/06

Wie von Mama: Rheinisches Schwarzbrot


Heute möchte ich euch das allererste Brotrezept auf diesem Blog präsentieren. Es handelt sich um das Rheinische Schwarzbrot, wie meine Mama es früher immer gebacken hat. Ich liebe dieses Brot! Es besteht je zur Hälfte aus Weizen- und Roggenschrot und ist voller gesunder Körner (Leinsamen, Sonnenblumenkerne und Sesam). Mein persönliches Highlight bei diesem Brot aber ist der beigefügte Rübensirup. Ich liebe das Zeug ja schon pur, aber hier im Brot unterstützt er die süßlich, nussige Note des Teigs, ohne zu sehr hervorzuschmecken.
Das beste daran: Eigentlich kaum Aufwand. Der Teig ist fix zusammengerührt und macht auch ohne Küchenmaschine kaum Probleme – das schafft jedes Handrührgerät binnen weniger Minuten. Es dauert dann allerdings drei Stunden, bis es fertig gebacken ist. Doch die Geduld lohnt sich! Das weiß man spätestens, wenn die nächste Brotzeit kommt und man eine frischgebackene Scheibe Schwarzbrot mit Butter und kräftigem Käse jedem aufwendigem 3-Gang-Menü vorzieht.

2011/09/03

Utrechter Zucchinikuchen


Weshalb dieser eigentlich ziemlich einfache Zucchinikuchen eine Utrechter Spezialität sein soll, weiß ich gar nicht. Ich kenne dieses Rezept schon ewig, und es heißt einfach so. Erst dachte ich, ich spinne vielleicht - aber meine Recherchen im Internet haben ergeben, dass es tatsächlich Unmengen Rezepte zu einem „Utrechter Zucchinikuchen“ gibt. Klar, natürlich gibt es - wie so oft - nicht DAS eine Rezept. Klar ist, dass es sich immer um einen herzhaften Kuchen aus geraspelten Zucchini handelt. Bei den sonstigen Zutaten wird fröhlich variiert: Kartoffeln sind auch meistens dabei, häufig auch Speck, Sahne, Unmengen Käse - dagegen liest sich mein Rezept geradezu asketisch. Es schmeckt aber eigentlich ganz wunderbar, und ich fühle mich kein bisschen genötigt, es abzuwandeln. Schmeckt wunderbar als leichtes warmes Abendessen, und die Reste kann man nach dem Erkalten wunderbar in Scheiben schneiden und als Sandwich-Belag verwerten. Klingt doch super!