2011/11/30

Plätzchen, die letzte: Schoko-Schnee-Kugeln



So, heute zum letzten Teil meiner diesjährigen Weihnachts-Plätzchen-Back-Session (das längste Wort EVER!). Dabei haben wir noch nicht einmal Dezember. Naja, so kann's gehen. :-)
Die Schoko-Schnee-Kugeln von Living at home faszinieren mich vor allem durch ihr hübsches Antlitz. Sie sehen aus wie kleine, frischgebackene Graubrote, einfach toll – und dabei macht sich die Dekoration fast von allein. Vor dem Backen werden die rohen Teigkügelchen in viel Puderzucker gewälzt, während des Backvorgangs bricht die Kruste auf und sorgt so für diese rustikale Marmorierung. Diese ist übrigens frisch am schönsten. Auf dem Foto seht ihr links die gerade aus dem Ofen befreiten Kekse, rechts ein etwas älteres Exemplar. Geschmacklich tut sich nicht viel, aber falls ihr sie verschenken wollt, würde ich das Zeitfenster knapp halten.
Der Geschmack ist übrigens prima. Außen knusprig, innen weich, tief schokoladig und dabei nicht zu süß! Allerdings ist mir die erste Backladung an der Unterseite ganz schwarz geworden – das bietet sich zum verschenken ja nicht so an. Problem war hier wohl die Umluft-Einstellung am Ofen, die nächste Fuhre buk ich mit der altbewährten Ober-/Unterhitze, und das ergab wunderschöne, gleichmäßig braune Plätzchen. Also, obacht!
Dem Pegel der Keksdose, den schuldbewussten Blicken und der schokoladenbekrümelten Couch zufolge sind das eindeutig die Lieblingskekse von meinem Freund. Ich persönlich bin immer noch total in die Lemon Meltaways verliebt und könnte mich von morgens bis abends damit glücklich knabbern. Was sind denn eure Lieblingskekse in diesem Jahr? So könnt ihr mir schon mal Inspiration für 2012 geben. :-)


2011/11/29

60 Posts – 60 Leser

Whooo!?



So habe ich gerade eben vor dem Mac gesessen und ungläubig auf meinen kleinen, bescheidenen Blog gestarrt.
Denn ich habe heute nicht nur das 60. Rezept veröffentlicht, sondern durfte auch den 60. Leser über Google Friend Connect begrüßen. Und: Gestern hatte mein Blog zum ersten Mal mehr als 600 Seitenzugriffe. Wahnsinn. 

Thank you. 

Vanille-Sirup


Ja, Weihnachten steht in weniger als vier Wochen vor der Tür und wir alle vor der schwierigen Frage: Was um Herrgottswillen kann ich schenken?

Ich habe beschlossen: 2011 gibt es nur Selbstgemachtes. Das hat mehrere Gründe: Einerseits habe ich von mal zu mal mehr Geld in Geschenke investiert, dieses Jahr aber nicht so viel zur Verfügung und möchte (bzw. muss) kürzer treten. Andererseits finde ich es angesichts der derzeitigen Finanzlage und der Situation vieler Länder unsäglich, dass die deutsche Presse mal wieder eine Rekordsumme im Weihnachtsgeschäft prophezeit und die Leute scheinbar nur noch blind konsumieren, konsumieren, konsumieren. 
Natürlich ändere ich nicht die allgemeinen Mentalitäten, wenn ich meine Sachen selbst mache, und dem Weihnachtsgeschäft kommt es auch auf 100 oder 200 Euro von mir nicht an – aber alles beginnt ja im Kleinen. Und an Ideen mangelt es mir nicht – ganz im Gegensatz zu früher, wo ich immer hin und her überlegen musste, wie ich meiner Familie und meinen Freunden eine gekaufte Freude bereiten kann. Für dieses Jahr plane ich unter anderem, Schmalz, Likör und Sirup unter die Leute zu bringen. Gerade Sirup ist eigentlich genial: Die Herstellung ist günstig, benötigt nur wenige, einfache Handgriffe und es gibt unendlich viele Möglichkeiten der Variation. Außerdem ist er fast universell einsetzbar: Er eignet sich für Tees und Kaffee, für Joghurt, Quark, Milchreis und Pfannkuchen, aber auch zum backen. Zu Weihnachten passt zum Beispiel ein vollmundiger Vanille-Sirup. Jeder mag doch Vanille, oder? Und mit der Schote in der Flasche ist es auch ein optisches Highlight, das für glitzernde Äuglein unterm Tannenbaum sorgt. 

2011/11/27

Plätzchen, die dritte: Aroma-Explosion mit Lebkuchen-Keksen


Dieses Rezept kommt außerhalb der von mir geplanten Reihe. Aber manchmal hat man die Dinge nicht selbst in der Hand – schließlich konnte ich nichts dafür, dass am Montag ein liebevoll verzierter Umschlag mit einem groooßen Beutelchen Lebkuchengewürz im Briefkasten lag. Danke, Franzi! Dank dir musste (jaaa, musste!) ich nun also auch noch Lebkuchen backen. Eigentlich sind das ja meine „Klassiker“, die ich schon seit Jahren zu Weihnachen backe und auch aus meinem Verwandten- und Freundeskreis gierig eingefordert werden. Kein Wunder: Das Aroma, das sich in den 3-4 Tagen, in denen der Teig im Kühlschrank ruht, ist ein grandioser Gewürz-Flash. Ich liebe diese Dinger. 
Dieses Jahr sollten zwar primär neue Kreationen auf dem Plätzchen-Teller landen, aber hierfür mache ich dann doch gerne die Ausnahme.  
Verziert sind die Plätzchen mit weißer und brauner Kuvertüre, grünem Glitzerzucker (toll, oder?), Royal Icing und Perlmuttperlen (richtige Prinzessinnenkekse, oder?) und teilweise auch gerösteten Mandeln. Ich hab' einfach alles genommen, was da war und bunt durcheinander gewürfelt. Nur mit dem Icing muss ich noch üben... 

2011/11/24

Plätzchen, die zweite: Lemon Meltaways


Diese Kekse sind Teil meiner geplanten „Simple-but-aweeeesome!“-Plätzchen-Trilogie, die eventuell noch ein, zwei zusätzliche Teile bekommt (so wie bei guten Blockbustern, da kommt auch immer noch ein Teil hinterhergeschoben, wenn's sich gut verkaufen lässt... ). Aber was soll ich auch tun? – Meine Blogroll ist tagtäglich gefüllt mit den allerköstlichsten Keksvarianten, die man einfach ausprobieren muss. 
Die Lemon Meltaways kommen im Original als Lime Meltaways daher, werden also mit Limetten zubereitet. Ich entschied mich eigenmächtig für die zitronige Variante, weil ich der gelben Frucht schon vor Jahren die ewige Treue geschworen habe – und weil ich Bio-Limetten nur selten zu akzeptablen Preisen bekomme, aber das nur nebenbei. 


Und was soll ich sagen? Ich glaube, tatsächlich die leckersten Plätzchen aller Zeiten gefunden zu haben. Klar, sie sehen wirklich einfach und vielleicht auch langweilig aus, aaaber: Sie zerfallen im Mund, schmelzen auf der Zunge dahin und erfüllen mich mit einem zitronig-wohligen Glücksgefühl. Die Keksdose leert sich mit rapider Geschwindkeit, so dass ich wohl nicht drum herum kommen werde, noch einmal eine Fuhre nachzulegen. Ausprobieren!

Lemon Meltaways
für ca. 80 Flauscheplätzchen

Zutaten
300 g Butter, weich 
70 g Puderzucker (+ ca. 100 g zum späteren Wälzen)
Abrieb von 1,5 Biozitronen
60 ml Zitronensaft
Mark von 1 Vanilleschote
550 g Mehl
50 g Maisstärke
1 TL Salz

Zubereitung

Das Mehl mit der Stärke und dem Salz in einer Schüssel vermischen.
Die weiche Butter und den Puderzucker mit einem Mixer einige Minuten schaumig rühren. Zitronenabrieb, -saft und das Vanillemark zufügen und unterrühren.
Nun die Mehlmischung hinzugeben und alles kurz unterrühren.
Den Teig in 3-5 Portionen teilen und zu Rollen formen. In Frischhaltefolie wickeln und für mindestens eine Stunde im Kühlschrank lagern.
Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und 0,5 cm dicke Scheiben abschneiden. Im auf 180°C vorgeheizten Backofen für 10 bis 15 Minuten backen. Achtung: Die Kekse sollen nicht bräunen!

Anschließend zum Auskühlen auf ein Rost geben. Sobald sie vollständig ausgekühlt sind, in Puderzucker wälzen. 

Quelle
Abgewandelt nach Steph, die es widerum von Martha Steward hat.

2011/11/22

Wirsing-Pasta mit Birnen


Ja, auf Birnen stehe ich irgendwie. Nicht nur pur oder morgens im Müsli, sondern auch in deftigen, herzhaften Hauptgerichten. Zum Beispiel in dieser Wirsing-Pasta. Ganz grob hatte ich die Idee, seit ich bei Gourmande von der Weißkohl-Quitten-Pasta gelesen hatte. Dann verbloggte Maja noch Wirsing-Hack-Nudeln mit Schmand, und so kam beides irgendwie zusammen. Hackfleisch stellt in einer vegetarischen Küche natürlich im Allgemeinen ein no go dar, meine letzte Quitte hatte ihre besten Tage längst hinter sich – also musste ein wenig umgemodelt werden. Heraus kam dieses ganz wunderbare Herbstgericht, das mir wirklich sehr gut geschmeckt hat und unbedingt mal wieder gekocht wird. Die beiden Komponenten herb (Wirsing) und süß (Birne) ergänzen sich – wie erwartet – wirklich sehr gut. Dann noch der leicht auf der Zunge prickelnde Szechuan-Pfeffer, und der milde, ausbalancierende Käse – ach, ich verfalle ins Schwärmen! Herbstküche ist einfach toll!


2011/11/20

Double Chocolate Cheesecake Muffins


Momentan geht's hier ja wieder arg süß zu, gell? Naja, was soll man machen? Manchmal ergibt es sich einfach so. Diese Double Chocolate Cheesecake Muffins sah ich zuerst bei Steph und Kirsten. Ich war  direkt verliebt. Und als sich die Schwiegermama etwas Selbstgebackenes für den Geburtstagskaffee wünschte, war sofort klar: Die sollten es sein, die und keine anderen. Ich war mir einhundertprozentig sicher, dass ich einen totalen Knaller fabrizieren würde.

Als ich sie aus dem Ofen holte, bekam mein Enthusiasmus allerdings schon einen ersten Knick: Während meine Vorbäckerinnen allesamt mit schönsten Mustern aufwarten konnten, war der Effekt bei mir nur minimal ausgeprägt. Wirklich schlecht sahen sie aber auch nicht aus, also dachte ich mir nichts weiter dabei. Stutzig wurde ich erst, als mir nach einigen Stunden auffiel, dass das Topping irgendwie „oll“, angetrocknet, aussah. Und leider hat der Geschmackstest (wohl einen Tag später!) diesen Eindruck bestätigt: Sie waren irgendwie sehr krümelig, fast altbacken, als hätten sie ihre besten Tage längst hinter sich. Selbst wenn die große Runde meine „Backkünste“ außerordentlich lobte und die eine oder andere kuchenverfressene Oma sich auch ein zweites Exemplar geangelt hat, gab mein unbestechlicher Testesser zu später Stunde zu, dass ich schon bessere Sachen fabriziert hätte. Das finde ich wirklich schade. 
Fehlersuche? Ich bin mir nicht sicher. Um ein schöneres Muster zu erhalten, würde ich beim nächsten Mal (wenn es dazu kommen sollte), weniger Topping auf die Muffins streichen. Vielleicht lag es auch am verwendeten Frischkäse? Vielleicht würde ich auch die Backzeit von 20 auf 15 Minuten reduzieren – Öfen haben ja doch alle eigene Persönlichkeiten, Kanten und Macken, und vielleicht waren 20 Minuten einfach zu heftig? Falls sonst noch iiirgendjemand eine Ahnung hat, was hier los war: Bitte gebt mir einen Tipp!
Aber: Das Rezept bekommt ihr trotzdem! Schließlich haben seriöse Quellen es bereits erprobt und für gut befunden. Auf ein gutes Gelingen! Trotzdem mein Tipp: Möglichst noch am selben Tag verzehren, da geht man auf Nummer Sicher. ;-)

2011/11/17

Weißbrot


Ohne viele Worte kommt hier das Rezept für mein allerliebstes Weißbrot – mal wieder ein Rezept von Muttern, mal wieder altbewährt. 
Dieses Weißbrot ist irgendwie so ein Zwischending von Toastbrot und Stuten. Konsistenz: Toast. Geschmack: Stuten. Das finde ich prima. Toast schmeckt doof und langweilig, punktet aber durch Stabilität. Stuten hingegen schmeckt lecker und zuckrig und winterlich, zerfleddert aber schon, wenn man eine Scheibe aus der Tüte nimmt. Nach dem Bestreichen mit Butter hat man ihn dann meist in mehrere Stücke zerlegt. 
Das alles passiert mit diesem Weißbrot nicht. Es ist in der kalten Jahreszeit mein absolutes Lieblingsbrot: Angenehm flauschig, dezent süß, schmeckt sowohl geröstet als auch weich, mit kräftigem Käse, oder mit Butter und Marmelade. Sonntagskuchen? Brauch' ich jetzt erstmal nich' mehr...

2011/11/16

Plätzchen, die erste: Snickerdoodles.


Diese Woche habe ich mit der diesjährigen Weihnachtskeks-Backerei begonnen. Dem einen oder anderen Leser wird das vielleicht früh erscheinen, für mich persönlich aber ist Mitte November der perfekte Zeitpunkt. Mein Problem: Ich bin irgendwie unbegabt. Erstens, was die Form angeht. Was bei anderen wunderschöne Kipferl, Flügelchen und Engelchen ergibt, sieht bei mir aus wie... eine Wurst (egal, welchen Ausstecher ich nehme, das Ergebnis ist immer: Wurst). Zweitens, was die Schnelligkeit betrifft. Ich bin unendlich lahm – was vielleicht mit an den Würsten liegt, die mich wahnsinnig machen. Während die eine Fuhre im Ofen langsam verkokelt, rolle und steche ich noch immer widerspenstigen Teig für die nächste Ladung aus. Aus diesem Grund schmeckt ein nicht unwesentlicher Teil meiner Plätzchen immer... naja, nennen wir es verharmlosend „knusprig-braun“.
Darauf möchte ich dieses Jahr gerne verzichten. Aus diesem Grund serviere ich euch in den nächsten drei Wochen je ein deppensicheres Keksrezept, das all meine Ansprüche erfüllt:

Der Teig ist unkompliziert in der Herstellung und kommt ohne exotische Zutaten aus, die Förmchen sind unnötig, es wird nur geschnitten oder gerollt, mindestens eine meiner liebsten Zutaten (Zimt, Schokolade, Zitrone) ist mit im Spiel – und das Resultat schmeckt bombig (natürlich, sonst könnte man sich den Stress ja sparen).

Die Grundbedingungen sind also klar. Dann kommen wir doch gleich zum ersten Rezept: Snickerdoodles. Ha, als ich den Namen zum ersten mal hörte, habe ich mir darunter etwas total krasses vorgestellt, so typisch amerikanische Brownies, gefüllt mit Erdnüssen, Karamell und so. Im Endeffekt sind es aber eigentlich „nur“ Zimtkekse. Die aber haben es in sich: Der Teig ist wundervoll unkompliziert in der Verarbeitung, der pappt nicht an den Händen und bricht nicht. Nach dem Backen sind die Kekse erst weich, erhalten nach dem Auskühlen aber eine wunderbar knackige Zimtkruste, die während des Kauens auf der Zunge zergeht. Lasst euch von dem einfachen Äußeren nicht abschrecken: It's christmas in your mouth! 

Und weil es so schön passt, ist dies auch mein Teilnahmebeitrag beim Event „Backe, backe Plätzchen“ von Petra.  

Snickerdoodles
für ca. 65 Kekse

Zutaten
für den Teig
160 g weiche Butter
180 g Zucker
2 Eier
330 g Mehl
2 TL Backpulver
1 ordentliche Prise Salz
Mark von 1 Vanilleschote

für den Zuckermantel
ca. 100 g Zucker
1-2 EL  Zimt

Zubereitung
Den Backofen auf 180 Grad (Ober-/ Unterhitze) vorheizen. 
Butter und Zucker cremig einige Minuten lang cremig verrühren. Anschließend die Eier hinzugeben und schaumig schlagen. Mehl mit Salz, Backpulver und Vanillemark mischen und unter die Buttermasse rühren.
Auf einem Teller (oder in einer Schüssel, wie ihr wollt) Zucker und Zimt mischen. Aus je 1/2 EL Teig kleine Kugeln formen und diese ordentlich im Zimtzuckerbad abtauchen lassen. Die Kugeln auf dem Backblech verteilen und mit einem Löffel leicht flach drücken.
Nun ab in den Ofen und ca. 7-8 Minuten backen lassen. Sie sollten noch leicht hell und weich sein, ansonsten trocknen sie beim Auskühlen zu sehr aus.

Quelle: 
Abgewandelt nach Küchenzeilen.

2011/11/11

Herbstgratin mit Kürbis, Lauch und Roter Bete


Der Herbst ist jetzt wohl endgültig eingekehrt. Für mich ein wunderschöner Herbst: Klirrend kalte Morgen, buntes Laub, klare Nachtluft. Und auch wenn ich mich jeden Tag über den fiesen Wind ärgere, der vom Rhein her durch meine mit viel Sorgfalt gebändigten Haare weht, ist der Herbst doch die beste aller Jahreszeiten. 
Und das liegt – natürlich – nicht zuletzt an den tollen Gemüse- und Obstsorten, die man jetzt ernten kann. Dass der Kürbis mein Favorit ist, hat mittlerweile wohl Jeder mitbekommen. Mein zweiter Star am Himmel der Herbstgemüse ist die Rote Bete. Was vielleicht mit daran liegt, dass ich sie viel zu spät entdeckt habe. Naja, natürlich kenne ich die Rote Bete schon seit meiner Kindheit – aber nur eingelegt im Glas, meistens serviert zu Bratkartoffeln. Das ist in Deutschland wohl the classic way, und ich vermute, dem einen oder anderen Leser wird dies nicht unbekannt sein. Aber: Man tut ihr Unrecht, wenn man sie zur süß-sauren Beilage verdammt. 
Hier und hier hatte ich bereits zwei sehr schöne Salate mit Roter Bete verbloggt. Heute spielt sie in einem wirklich tollen Herbstgratin die Hauptrolle – mit Hokkaido-Kürbis als Co-Star und würzigem Lauch und knusprigem Mozzarella in den Nebenrollen. Eine einfache Kombination, die aus gerade mal sechs Zutaten besteht. Aber so ist es ja oft: Die einfachsten Dinge schmecken am tollsten.
Sahne sucht man in diesem Gratin vergeblich. Es wird nichts zugefügt, was die Sache schwer und pappig macht. Ich stehe da einfach nicht so drauf (und vertrag es nicht). Ich mag mein Gemüse pur, am liebsten geschmort im eigenen Saft. Auch der Käse „erdrückt“ das Gemüse nicht, sondern dient als geschmacklicher Akzent. Mir gefällt das so – Freunde von Sahnesaucen und Käsefäden dürfen aber gerne ergänzen, was ihnen hier fehlt.

2011/11/06

Olivenmuffins mit Schafskäse



Diese Olivenmuffins mit Schafskäse widme ich der lieben Alice, die dazu aufgerufen hat, ihre Geburtstagsparty zu retten, die in zwei Wochen stattfindet. Tja, mit Gerichten für Partys ist das ja so eine Sache... schwierig, schwierig. Man will ja nichts langweiliges kredenzen, aber viel Zeit für aufwändiges Koch- und Backprozeduren hat man auch nicht. Und ganz davon abgesehen: Nicht jeder Mensch auf dieser Welt mag diese „neue“, modernere Art zu kochen, die ganz im Sinne des cross cookings verschiedene Länderküchen miteinander verbindet und Wasabicupcakes mit Birnen-Cream-Cheese-Frosting oder Süßkartoffel-Quiche an Zitronengrasschaum hervorbringt. 
Das ist auf jeden Fall meine Erfahrung. Natürlich, ich beschäftige mich dauernd mit Nahrungsmitteln und den verschiedenen Möglichkeiten ihrer Zubereitung, probiere dementsprechend dauernd etwas Neues aus – aber das kann man nicht von allen Menschen um einen herum erwarten. Ich könnte ja mal die Geschichte erzählen, wie mein Vater sich vor einigen Jahren aufgeführt hat, als meine Mutter ihm das erste Mal eine Lasagne vor die Nase stellte („Wasn das? Kann man das essen?“), aber ich denke, ihr wisst schon, worauf ich hinaus will. Dementsprechend versuche ich, für Geburtstagspartys immer etwas zuzubereiten, was möglichst den Geschmack von vielen trifft, gleichzeitig aber nicht altbacken und langweilig ist (Mettigel, Käsehäppchen mit Weintrauben, Gulaschsuppe). Diese Muffins hier sind eins meiner liebsten Party-Mitbringsel. Warum? 
Erstens sind Muffins per se sehr schnell zusammengerührt und fertig gebacken: Nur wenige Zutaten und Handgriffe sind nötig, man benötigt weder einen Mixer noch gar eine Küchenmaschine, der Teig ist problemlos und will weder besonders lange geknetet werden noch stundenlang ruhen. Die Zeit, die man für die Herstellung von Muffins benötigt liegt meistens ingesamt unter 1 Stunde. Ein weiterer Vorteil von Muffins liegt darin, dass sie nicht kleckern. Sie krümeln höchstens ein wenig, aber das ist weitaus leichter zu verkraften als ein Stück Sahnetorte, das vom Teller fällt und den Teppich ruiniert. Apropos Teller: Auch die benötigt man für Muffins nicht. Jeder schnappt sich ein Törtchen und kann es direkt aus der Hand essen. Spart dann auch wieder den Abwasch. 
Speziell zu diesen Muffins bleibt nur zu sagen, dass Oliven und Schafskäse ja eigentlich ziemlich beliebt sind. Leicht mediterran angehauchtes Essen geht immer gut weg. Und ein weiterer Pluspunkt: Sogar vegetarier-tauglich. Besser geht's doch gar nicht.