2012/02/28

Belugalinsen-Gemüse-Wok mit Joghurtsauce und Sesamsalz


Schon wieder so'n langer Titel. Manchmal brüte ich länger über einem Namen für ein Gericht als für das Rezept selbst – und dann kommt doch nur eine Aneinanderreihung der wichtigsten Komponenten dabei heraus. Aber was soll's. Immerhin wisst ihr so direkt, was euch erwartet. Die Idee habe ich mir irgendwie im Kopf zusammengesponnen, als ich eine verwaiste Packung Belugalinsen im Vorratsschrank entdeckt habe. Dabei liebe, liebe, liebe ich Belugalinsen und kann mir gar nicht erklären, wieso ich sie so lange vergessen hatte. Also mussten sie sofort dran glauben. Genau so wie die bösen, ägyptischen Zuckerschoten und die Zuchtchampignons, die mir letzten Freitag mit in den Einkaufswagen gesprungen sind. Also sorry, ich bemühe mich wirklich um regionale und saisonale Küche – aber ich ertrage es einfach nicht mehr, diese deftigen Wintersachen mit Grün-, Weiß-, Rot- und Rosenkohl – ehrlich! 
Deswegen kam mir dieses federleichte Wokgericht, getoppt mit einer frischen Joghurtsauce und köstlichem Sesamsalz (dasselbe Rezept wie in der Möhrencreme) wie gerufen, und hat mich direkt in Frühlingslaune versetzt. Das Gemüse könnt ihr natürlich beliebig variieren. Ich hab's auch noch mal mit Möhren und Paprika gemacht, das war auch prima. Und: Tofu! Tofu passt super! Wer's nicht unbedingt vegetarisch so genau nimmt, sollte es außerdem mit Austern- anstatt Sojasauce probieren.
Hach, wenn der Frühling doch bald da sein könnte... 

2012/02/27

Möhren-Oliven-Creme – für auf'm Brot.


Abwechslung! Ich brauchte Abwechslung auf meinem wochenendlichen Frühstücksbrötchen. Ich kann sie nicht mehr sehen, die vegetarische Pasteten und Aufstriche aus dem Supermarkt – ich habe sie alle durch. Käse mag ich nur zu Feiertagen (schon wieder so ein crazy Tick von mir, keine Ahnung, woher ich sowas nehme) und Frischkäse und Quark dienen mir lediglich als Unterlage für Marmelade, Nusspli und co. Ich will aber was Herzhaftes! Also habe ich mich an meinen ersten selbstgemachten Aufstrich gewagt, nach einem Rezept aus meiner persönlichen Kochbibel Vegetarian Basics von GU – und ich finde den wirklich ganz lecker. Ein wenig zu viel Salz (was aber wohl eher an mir bzw. an der unpraktisch großen Öffnung meines Salzstreuers als an dem Rezept liegt) und ein wenig zu dominant die Frühlingszwiebel (nächstes mal nicht solche Bollermänner nehmen, sondern eher dünne, zarte Geschöpfe) – aber der Grundgeschmack stimmt. Und das Sesamsalz, hallo? Das gibt eigentlich erst den richtigen  Kick, also unbedingt mit dazu reichen. 

Ich empfehle dazu helles Weizenbrot – das gerne mild oder sogar süß sein darf. Passt bestimmt auch schön an ein Partybuffet oder so. Und macht wieder alle glücklich, da vegetarisch, vegan, billig, einfach, schnell und – lecker! Und es ist ja auch so variabel: In meinem Kopf spinne ich mir schon Möhren-Honig-Senf-Aufstrich und ähnliches zusammen. Mal sehen, was noch so kommt. Für die nächsten Wochen sind die gutgelaunten Frühstücke auf jeden Fall gesichert.

2012/02/22

Balsamico-Zwiebel-Konfitüre

Also, erstmal: Ich habe umgebaut. Jetzt ist alles ein bisschen hipstermäßig, deswegen will ich rein aus Prinzip schon dran zweifeln, aber eigentlich gefällt es mir doch. Mal sehen. Leider finde ich meine eigenen Blogdesigns immer nur halb so nett wie die von anderen, aber so ist das wohl immer mit dem eigenen Kram. Aber kommen wir doch zum Wesentlichen: 


'N rischtisch lecka Zeuch sach ich eusch. 

Zu manchen Dingen fällt einem nicht viel mehr ein. Deswegen ein wenig mehr zur Entstehungsgeschichte, damit dieser Post auch nicht allzu langweilig wird: Gesehen habe ich die Zwiebelkonfitüre zum ersten Mal bei Steph und seitdem nicht mehr vergessen. Ich wollte sie längst zu Weihnachten gemacht haben, aber irgendwie kamen mir andere Ideen dazwischen. Hinzu kam das bereits von Steph geschilderte Problem, dass rote Zwiebeln im Supermarkt meistens ziemlich oll aussehen – und zwar so oll, dass man sie meistens nicht einmal mehr anfassen mag, weil man befürchtet, direkt unerträglich stinkenden Zwiebelmatsch an den Händen kleben zu haben (wer schon mal in eine vergammelte Zwiebel gepackt hat, wird wissen, was ich meine). Heute aber stand ich zufällig im Biosupermarkt vor einem Regal wunderschöner, frischer, pinky-blinky Zwiebeln und hab' direkt mal die Tüte vollgemacht und mich kurz darauf an den Herd gestellt. 


Da. So müssen rote Zwiebeln aussehen! So und nicht anders. 
Es gehört eigentlich nicht viel Phantasie dazu, sich den grandiosen Geschmack dieser Konfitüre vorzustellen, oder? Auf auf: Sucht die schönsten Rotzwiebeln, die ihr finden könnt (auch wenn eure Suche lang und schwer sein wird!) und los geht's. Spätestens im Sommer, wenn ihr statt fader Chemiegrillsaucen diese süß-saure Aromabombe zu eurem Steak (oder eurer Backkartoffel) genießen dürft, werdet ihr mir (bzw. Steph, die ja immerhin quasi das Urheberrecht besitzt) für immer dankbar sein.

2012/02/19

Cranberry-Scones mit frischem Ingwer


Als ich das erste Mal Scones gegessen habe, war ich sofort verliebt. Ich glaube, es ist ziemlich genau vier Jahre her, als ich ganz spontan ein Rezept von Jamie Oliver ausprobierte und hin und weg von diesen kleinen, fluffigen Dingern war, die wie eine Mischung aus Gebäck und Brötchen daherkamen. Trotz des bleibenden Eindrucks war es meine bis heute letzte Begegnung mit Scones. Was ich wirklich nicht verstehe. Sie sind ultrafix zusammengematscht, kommen ohne viele Küchengeräte aus (saubere Pfoten und eine große Schüssel sind genug), benötigen nur rund 15 Minuten Backzeit und sind uneeendlich variabel. Ich habe mich hier an ein Grundrezept gehalten und einfach getrocknete Cranberries und frischen Ingwer untergehoben. Ergebnis: Zauberhaft duftend, leicht süß schmeckend, knusprig-fluffig – I like. Wenn ihr mögt, könnt ihr das Rezept einfach abwandeln: Statt Cranberries schmecken bestimmt auch getrocknete Apfel- oder Mangostücke, Rosinen oder Kirschen, statt Ingwer kann z. B. Lavendel verwendet werden.

Und wie isst man Scones dann? Traditionell britisch wohl mit der berühmten Clotted Cream, die es in Deutschland allerdings nur in amerikanischen oder englischen Spezialitätenläden gibt. Ich persönlich bevorzuge sie pur oder mit Butter.
Frisch schmecken Scones übrigens am besten. Falls Reste bleiben, lohnt es sich auch, sie einzufrieren und bei Gelegenheit kurz in den Ofen oder Toaster zu werfen.

2012/02/09

Matcha-Parfait


Wisst ihr, was das meiner Meinung nach leckerste Zeug auf der Welt ist? Matcha. Ich kann zwar nicht behaupten, jemals „richtigen“ Matcha getrunken zu haben – dafür habe ich aber zig andere Dinge konsumiert, in denen es irgendwie verarbeitet wurde. Angefangen bei Matcha Latte und Matcha Frappuccino, Matcha Eiscreme, Matcha Schokolade, Mc Flurry Matcha, Kit Kat Matcha und so weiter und so fort. Bisher hat mir einfach alles geschmeckt. Und ich kann nur jedem empfehlen, sich da ran zu wagen – selbst wenn man eigentlich keinen grünen Tee mag. Matcha schmeckt leicht bitter, grasig, einfach ganz besonders. Ein Muss in meiner Küche – ein teures Muss. Aber: Matcha kriegt man nicht hinterher geschmissen. Verzichtet auf Billig-Importe – der Tradition asiatischen Teeanbaus sowie eurer Gesundheit Zuliebe. Schließlich kann man sich nie sicher sein, womit die zarten Pflanzen gespritzt werden. 

Das Parfait hier ist mein All-Time-Favorit, aber auch ein guter Einstieg für Neulinge. Samtig zart auf der Zunge, bitter, süß – und dieses Aroma! Die Farbe! 
Und was schmeckt dazu? Mir persönlich: Nichts. Häufig werden Matcha-Süßspeisen aber mit dunkler Schokoladensauce serviert. Wer's authentisch-japanisch möchte, sollte sich vielleicht ein wenig Anko (ein köstlicher süßer Brei aus roten Adzuki-Bohnen) dazu köcheln. Da fällt mir ein: Das wollte ich schon lange mal wieder machen. Was für ein Zufall! 

2012/02/05

Mordsgesunde Müsli-Muffins


Freund macht gerade Studienabschluss (naja, Bachelor, alles halb so wild... ) und ist dementsprechend im Rotier-Modus. Und da muss er prinzipiell permanent essen. Am liebsten alles durcheinander, am liebsten Kekse, Kuchen, Chips. Ist ja jetzt nicht sooo das beste Futter. Also dachte ich mir, ach, Christina, dachte ich mir, sei mal nett, back' dem mal einen gesunden Snack, weitab von Kinderriegeln, Milchschnitten und Doppelkeksen. Gesagt, getan. So entstanden diese mordsgesunden Müsli-Muffins, die wirklich voller 1A-Brain-Zutaten sind, mit einer Minimalmenge an Zucker versehen wurden und – und das hat mich dann doch fast überrascht – ziemlich lecker daherkommen. Ich hatte schon fast Angst, dass sie „zu“ gesund und fad und irgendwie bäh sein würden. Aber nix. Alles prima. Eigentlich das perfekte Frühstück-to-go. Werde ich bestimmt in baldiger Zukunft wieder machen. Dann aber für mich, ha. 

2012/02/04

Sheperd's Pie, vegetarisch


Diese Lichtverhältnisse im Moment sind wirklich... ätzeeend. Tagsüber komme ich nicht zum kochen, und wenn man abends im Küchenlicht fotografiert, sieht alles irgendwie gleich doof aus. Aber okay, damit muss ich nun irgendwie klar kommen und mich auf Frühling, Sommer sowie Tageslichtlampe freuen. Und bis dahin müsst ihr einfach damit klar kommen, dass ich euch dieses köstliche Rezept im romantischen Glühlampenlicht meiner Dunstabzugshaube bzw. meines Ofens präsentiere. Es folgt: Der ultimativ-leckere vegetarische Sheperd's Pie.

Sheperd's Pie kommt ursprünglich aus England (ach was!) und ist ein Auflauf aus zwei Schichten – die untere besteht aus Hackfleisch, darüber kommt Kartoffelbrei und zum Schluss (natürlich!) ordentlich Käse. Das ist natürlich wenig vegetarierfreundlich – kann aber durch Gemüse wunderbar wett gemacht werden. Und zwar mit Rotkohl. Rotkohl eignet sich perfekt als Unterlage und wird in meiner Version noch mit Sojaschnetzeln und Erbsen angereichert sowie mit Worcester Sauce abgeschmeckt – und die muss auch wirklich sein, weil sie dem Pie einen unverwechselbaren Geschmack gibt.
Lange hatte ich dieses Gericht vergessen, jetzt aber direkt zwei Tage hintereinander gekocht. Memo an mich selbst: Absolut köstlich. Memo Ende. 

2012/02/01

Pastinaken-Gnocchi mit Apfel-Lauch-Sauce



Jeder, der in regelmäßigen Abständen die internationalen Foodblogs abgrast, kennt das Gefühl des sofort-nachkochen-wollens. Mir passiert das so ziemlich... äh, täglich. Schuld sind all die wunderbaren, kreativen Hobbyköche da draußen, die mir den Mund mit ihren süßen und herzhaften Eigenkreationen wässrig machen. So auch die liebe Nina. Die hat vor knapp einer Woche ihren Beitrag für das „cookbook of colors“–Event von Highfoodality eingereicht und sich entsprechend der Farbe für den Monat Januar – weiß – ein köstliches Rezept ausgedacht: Pastinaken-Gnocchi mit Apfel-Lauch-Sauce. Das war Musik in meinen Ohren. Und zwar, weil ich so direkt zwei Dinge auf meiner To-Do-Liste abhaken konnte: Pastinaken essen (kannte ich bisher nur aus der Gemüsechips-Tüte) und Gnocchi selbst machen. Ich habe ja tatsächlich noch nie so etwas wie Nudeln selbst produziert, und die Gnocchi waren nun der erste Schritt in diese Richtung. 

Tatsächlich hat dann auch die Zubereitung der Gnocchi gut geklappt – puh. Klar, ein bisschen friemeln muss man schon, aber man hat ja Geduld (...) und Zeit (...). Also im Endeffekt fand ich sie für den ersten Versuch gar nicht so schlecht. Und schließlich geht's ja primär um den Geschmack. Lieber Geschmack lecker und Optik scheiße als andersrum, oder?
Aber wie gesagt: So übel war's gar nicht. Vielleicht hab' ich doch irgendwas handwerklich-künstlerisches im Blut.


Aber nun zum Wesentlichen: Wie waren die Gnocchi denn nun? Haaaaaammerlecker.
Zum Nachkochen unbedingt empfohlen – auch wenn ich natürlich ein wenig abgewandelt und improvisiert habe. So habe ich z. B. keine Dickmilch mehr in die Sauce gerührt, weil sie nach dem Pürieren und der Sahnezugabe schon dick genug war. Und weil's mir ja nicht auf die weiße Farbe ankam, durften noch ein paar wenige grüne Deko-Lauchringe mit auf's Tellerchen.