2012/06/28

Möhrensalat, orientalisch gewürzt


Letztes Jahr habe ich mir in einem Pariser Buch-Outlet ein wunderschönes Kochbuch gekauft: Ma cuisine végétarienne von Virginie Besançon. Da mir schon beim ersten flüchtigen Durchblättern der Mund angenehm wässrig wurde  und es außerdem nur läppische fünf Euro kostete  durfte es mit nach Deutschland reisen und sich zu meinen anderen Kochbüchern ins entsprechende Regalfach gesellen.

... ihr wisst, was jetzt kommt, gell?
Genau. 
An ebendieser Stelle stand es bis vor zwei Tagen.
Als ich mich jüngst eigentlich mit meinen Steuerunterlagen befassen wollte, fiel mein Blick drauf. Ein Wink des Schicksals, wie ich meine. Die Steuer war sofort vergessen. Stattdessen beschäftigte ich mich nun damit, ein Rezept nach dem anderen kunstfertig mit grellbunten Klebezetteln zu bestücken. Da das Buch nach Jahreszeiten funktioniert, habe ich mich zuerst mit dem Kapitel Été befasst (macht Sinn, oder? Eigentlich ist ja Sommer, also eigentlich... hm) und mich für diesen einfachen, aber raffiniert gewürzten Möhrensalat entschieden. Sehr empfehlenswert  in Nullkommanix zubereitet und mit einem Stück Baguette ein ideales, leichtes Dinner. Passt aber bestimmt auch genial zu einem Stück Grillfleisch oder zu einem orientalisch angehauchten Buffet. Schlicht besticht eben manchmal doch. So. 


Wer sich für das Buch interessiert: 82 französische, vegetarische, unkomplizierte Rezepte mit einem gewissen Pfiff und soliden Fotografien. Es gibt auch eine deutsche Version, die  „Meine Sonnenküche“ heißt. Der Name ist mir allerdings ein Rätsel  ist schließlich kein Sommerkochbuch. Wie dem auch sei: Mir gefällt es gut und deswegen habe ich ihm vorsorglich einen prominenten Platz auf der Küchentheke verschafft. Die Steuer steht übrigens noch immer aus. 

2012/06/19

Kochbuchrezensionen – ... und ein Trip nach Paris!

Weil ich mich für ein paar Tage in die zweitschönste Stadt der Welt (Paris nämlich) aufmache, gibt's hier erstmal nichts mehr zu essen. Oder doch. Das geht dann aber eher in Richtung „Lesefutter“.
Bei der Hüttenhilfe werden seit neuestem auch Kochbücher rezensiert – unter anderem von mir. Für meine erste richtige Buchbesprechung (wie aufregend sich das anhört, nicht wahr? Richtig wichtig. Buchbesprechung. Hach, toll.) wählte ich ein Buch, das meiner Schwäche für die orientalische Küche und ihren bombastischen Aromen entgegenkam: Pişmek – Kochen auf Türkisch. Good choice – denn schon beim ersten Durchblättern wusste ich, dass dies hier zu meinem Heiligen Kochbuch-Gral avancieren würde. Und genau darüber habe ich mich in der Rezension auch ausgelassen.
Rezension: 


Ich muss sagen: Sich „professionell“ mit Kochbüchern zu befassen, macht Laune. Das merkt man der Rezension – so hoffe ich – auch an. 
Und: Mein nächstes Rezensionsexemplar ist bereits bei mir eingetroffen. Doch dieser Kandidat kann mich bislang nicht besonders überzeugen. Dennoch: Ich freue mich auf einen ausgiebigen Test – allerdings erst nach meinem Kurztrip in die Hauptstadt der Liebe Baguettes...

Au revoir!

2012/06/17

Erdbeer-Quark-Tarte mit Holunderblütensirup


Im Moment kosten die Erdbeeren von unserem Markt fast nix. Für 1 Kilogramm habe ich vorgestern 3,50 Euro bezahlen müssen. Dreifuffzich für frische Früchte bester Qualität, die um die Ecke gewachsen sind und köstlich aromatisch schmecken. Ja, der diesjährige Frühsommer im Rheinland ist nicht wirklich schön: „Durchwachsen“ sagt man im Kachelmann-Fachjargon. Man weiß eigentlich nie, was einen beim ersten Blick morgens aus dem Fenster erwartet. Ist der Himmel wieder herbstlich-dunkelgrau? Oder aber sommerlich-azurblau? Welche Garderobe soll man wählen? Gummstiefel und Regenschirm – oder doch lieber Sandalen und Sonnenbrille? Pssst – im Endeffekt macht man's eh falsch. 
Die Luft auf Erdbeeren verhageln mir die Wettereskapaden jedoch nicht, nein, niemals! Dafür ist die Saison einfach viel zu kurz. Deswegen sollte, ja muss man diese Wochen mit vollem Genuss auskosten. 
Aber wie ich letztens erst gehört habe, tun wir das auch: Der durchschnittliche deutsche Bundesbürger futtert jährlich über 3 Kilogramm Erdbeeren. Ein Anbauschwerpunkt Nordrhein-Westfalens liegt übrigens am Niederrhein... und weil ich da verwurzelt bin, kann ich sagen, dass es da die allerallerallerbesten, schönsten und leckersten deutschen Erdbeeren gibt. 

Und die schmecken natürlich besonders gut auf einer süß-säuerlichen Quarkcreme, welche sich idealerweise auf einen knusprigen Mürbeteig bettet. Ganz schnell fertig und minimalistisch schön.
Funktioniert natürlich auch mit Erdbeeren aus anderen Anbaugebieten.

2012/06/13

Fast zu spät, aber noch passt's: Holunderblütensirup


Ich weiß, ich weiß, ich bin recht spät dran mit meinem Post zum Holunderblütensirup. Andere waren da weitaus schneller. Aber nachdem ich tagelang von allen möglichen Seiten angefixt worden war, spürte auch ich das dringende Bedürfnis nach literweise Sirupproduktion.
Nur: Das Sammeln von Holunderblüten in der Düsseldorfer Innenstadt ist nicht ganz das, was ich mir vorgestellt habe. Also wurde die Mama angerufen – die eh mal wieder vorbeischauen wollte – und auf unbedenklichen Holunder in einem beschaulichen Park angesetzt. Wenige Tage hielt ich dann einen riesigen pinken Korb voller schöner Dolden in den Armen und konnte noch am selben Abend mit dem Einlegen beginnen.
Ja, ihr habt richtig gehört: Einlegen. Für mich war das auch ganz neu! Holünderblütensirup wird kalt angesetzt und zieht einige Tage im Kühlschrank durch  ist also schon etwas zeitaufwändiger als z. B. Vanille- oder Schokoladensirup, der nur wenige Minuten heiß gekocht und direkt abgefüllt wird. Aber: Die Mühe lohnt sich, sehr sogar. Der Holunderblütensirup schmeckt richtig sommerlich und hat nur eine dezente Säure, die den typisch-„holundrigen“ Geschmack nicht überlagert.
Somit kann ich euch mein Rezept  das nicht meins ist, sondern von Juliane kommt, die es wiederum irgendwie von Steph hat  nur ans Herz legen.

Und wozu ist der Sirup dann gut? Ich habe ihn bisher nur pur mit Mineralwasser aufgegossen  aber auch der berühmte Hugo lebt von dem Geschmack, außerdem macht er sich prima in Salatdressings und auf Eiscreme, in Quark und Joghurt... ach, es gibt viele Möglichkeiten, die 2,5 Liter, die dieses Rezept ergibt, fix aufzubrauchen.

2012/06/10

Erdbeer-Rhabarber-Kuchen mit Baiserhaube


Rhabarber-Saison schon fast vorbei und noch nix Süßes verbloggt? Kann ja gar nich sein.
Hier, biddeschön: Ein kleiner, feiner Erdbeer-Rhabarberkuchen mit einem ganz unkomplizierten Quark-Öl-Teig und einer noch unkomplizierteren Baiserhaube. Genau so schnell gemacht wie er wieder weg ist.
Das Rezept stammt aus dem Buch „Kleine Kuchen“ aus dem Hause GU. Im Original ist es allerdings ein Rhabarber-Himbeer-Kuchen. Aber ob Him- oder Erd-, hauptsache -beere. Der Tausch hat auf jeden Fall reibungslos funktioniert. Erfrischend-süß-säuerlich. Da hat mich sogar meine fast 90-jährige Oma  die wirklich seeeehr kritisch ist, oh ja!   am Arm getätschelt und gesagt: „Haste lecker gebacken.“ 

Das Buch wird von mir übrigens sehr geschätzt. Vor etwa einem Jahr hat meine Mutter es als Teil eines Promotionpakets (oder so) mit einer 20-cm-Springform gekauft und es mir dann – nach stundenlangem Gebettel und Gezeter  großzügig überlassen. Die Form habe ich natürlich gleich mit abgestaubt. Ich bin nämlich ein großer Fan kleiner Kuchen  und kleiner Kuchenformen. Die sehen schließlich nicht nur süß aus, sie sind auch für kleine Haushalte einfach besser geeignet als diese XXL-30cm-Durchmesser-Dinger.


Erdbeer-Rhabarber-Kuchen mit Baiserhaube
für 1 kleine Springform (ca. 20 cm)

Zutaten

für den Quark-Öl-Teig
100 g Mehl
1 TL Backpulver
50 g Magerquark
3 EL Milch
3 EL neutrales Öl
2 EL Zucker
1 Prise Salz

für den Belag
200 g Rhabarber, geputzt und in ca. 2 cm lange Stücke geschnitten
200 g Erdbeeren, geputzt und große Früchte halbiert
2-3 EL Paniermehl
1 EL Vanillezucker
1 Eiweiß
2 EL Zucker

Zubereitung
Für den Quark-Öl-Teig Mehl und Backpulver in eine Rührschüssel geben. Quark, Milch, Öl, Zucker und Salz hinzufügen und mit den Knethaken des Handrührgeräts zu einem glatten, elastischen Teig verarbeiten.
Den Backofen auf 175° (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Form einfetten. Teig in die Form geben und mit den Fingern zu einem Boden flach drücken, dabei einen kleinen Rand hochziehen. (Wenn's an der Stelle zu arg klebt, einfach die Hände ein bisschen einmehlen, dann geht's!) 

Teigboden mit Paniermehl bestreuen. Rhabarber und Erdbeeren darauf verteilen und mit Vanillezucker bestreuen. Kuchen im Ofen ca. 25 Minuten backen.

In der Zwischenzeit für die Baisermasse das Eiweiß ganz steif schlagen, den Zucker einrieseln lassen und weiterschlagen, bis die Masse ganz dick und cremig ist. Kuchen aus dem Ofen nehmen, Baiser locker daraufstreichen und dann weitere 5 Minuten backen, bis die Baisermasse zart gebräunt ist. 

Anschließend aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. 

2012/06/07

Chocolate Peanut Butter Pretzel Brownies


Ja, ihr habt richtig gelesen. Lasst euch den Namen ruhig noch einmal auf der Zunge zergehen.
Chocolate. Peanut Butter. Pretzel. Brownies.
Vier Gute Dinge, verpackt in einem leckeren, saftigen, süßen Gebäck. Besser geht's nicht.

Woher kommt eigentlich diese Erdnussbutterobsession? Erdnüsse an sich sind ja eher so... das fünfte Rad der Knabberbox. Stellt mal in einer gemütlichen Runde eine Variation von Knabberkram auf den Tisch. Was bleibt übrig? Die Erdnüsse. Kein Mensch isst die Erdnüsse! Erst wenn der Rest geleert, ja, die letzten Krümel aus den Tüten geschüttelt wurden, erst dann greift man verzweifelt in die Erdnussdose – und schneidet sich womöglich noch an den scharfen Kanten. Diese Wahrscheinlichkeit steigt übrigens proportional zur konsumierten Menge Altbier an.


Aber: Sobald die Erdnuss eine Verbindung mit dem Wörtchen „Butter“ eingeht, und dann auch noch Schokolade im Spiel ist, gibt's plötzlich kein Halten mehr. So ist zumindest meine Erfahrung – und ich bin  auch mein liebstes Beispiel. Ich kaufe prinzipiell alles, wo Schokolade und Erdnussbutter drin ist. Kit Kat Chunky Peanutbutter ist mein zu einem Riegel gewordener Wunschtraum, und wenn ich könnte, würde ich vor der Firmenzentrale von Hershey's (Reese's!) dauerhaft mit einem Wohnmobil aufschlagen.
Dementsprechend ging mir das Herz auf, als ich über das Rezept hier stolperte. Ich hab's bereits vor vielen Monaten bei Joy the Baker gefunden und wollte es mir für einen passenden Augenblick aufbewahren – der dummerweise nie kam. Ich habe tatsächlich Monate damit verplempert, mir dieses Träumchen aus Zucker und Fett zu verbieten. Bis gestern. Gestern dachte ich mir, dass der passende Augenblick eh nicht kommt, dass meine To-Do-Liste eh immer länger wird und dass das Leben schließlich auch morgen schon vorbei sein kann – und dann hätte ich diese Brownies nie, nie, niiie probiert. Das wäre eine Katastrophe gewesen, denn die sind wirklich mordslecker und jede Fettzelle, die man damit aufpolstert, wert.

Aber mal ganz ehrlich: Sommer und Bikini gibt's dieses Jahr scheinbar eh nicht, also was soll's?
Außerdem ist meine Version im Gegensatz zu Joys schon fast figurfreundlich, weil zucker- und butterreduziert. Quasi Diät. Low carb und low fat. Und Nüsse sind ja gesund.


Chocolate Peanut Butter Pretzel Brownies
für ca. 10 Brownies 

Zutaten
für die Brownies 
125 g Butter
175 g Schokolade (50–70%, je nachdem, was ihr mögt)
optional: 1 TL Instant-Kaffee
70 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1/4 TL Salz
120 g Zucker
3 Eier (L)

für die Erdnusscreme
75 g Butter
125 g Erdnussbutter
25 g Puderzucker

für die Deko
Salzstangen oder -bretzelchen
Fleur de Sel

Zubereitung
Eine Brownieform von ca. 20 x 20 cm einfetten, mit Backpapier auslegen und anschließend auch das Backpapier noch einmal einfetten. Brownies kleben ja gerne einmal fest. Darüber könnte ich viele Geschichten erzählen, aber das mache ich vielleicht später einmal...
Dann den Ofen auf 175° (Ober-/Unterhitze) vorheizen.

Butter, Schokolade und Instantkaffee zusammen im Wasserbad schmelzen (ihr wisst schon: Pott mit Wasser aufsetzen, darüber eine Schüssel mit den Zutaten und nun das Wasser zum sieden bringen und rühren, rühren, rühren, bis eine homogene Masse entstanden ist), dann kurz abkühlen lassen. In der Zwischenzeit schon einmal Mehl, Backpulver und Salz in einer weiteren Schüssel miteinander verrühren.
Nun Zucker und ein Ei nach dem anderen zur Schokoladenmasse geben, anschließend die Mehlmischung unterheben. Alles in die Brownieform löffeln.

Für die Erdnusscreme die Butter in einem Topf oder der Mikrowelle schmelzen und dann mit Erdnusscreme und Puderzucker verrühren, bis eine cremige Masse entstanden ist. Diese wird nun auf die Schokocreme gelöffelt und miteinander verrühren – in etwa so, wie man das auch bei einem Marmorkuchen machen würde. Joy hat das ein bisschen schöner hinbekommen als ich, aber okay...
Anschließend ein paar Salzstangen nach Wahl darüber legen und ab in den Ofen.
Nach etwa 40 Minuten sollten die Brownies die richtige Konsistenz haben – ich hätte mir gewünscht, meine noch 1-2 Minuten eher herausgeholt zu haben, also lieber öfters mal nachschauen.

Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Dann mit Fleur de Sel und nach Belieben weiteren Salzstangen bestreuen und... los geht's!

2012/06/02

Roquefort-Cracker mit schwarzem Meersalz


Vielleicht erinnert ihr euch noch daran, dass von der Pasta noch ein Rest Roquefort übriggeblieben war. Den wollte ich zwar nicht mehr verkochen – käsehassender Freund hat sich nach dem Pastagericht fast übergeben. Das war einfach ein bisschen zu viel Aroma für Jemanden, der nicht einmal zarten Maigouda verkraftet –, wegschmeißen ging aber natürlich auch nicht. Also blieb nur eine Möglichkeit: Cracker. Käsecracker sind hier nämlich ziemlich gerne gesehen (fragt nicht nach der Logik, aber Chips mit Käsegeschmack oder mit Käse knusprig überbackene Gerichte sind einfach in Ordnung... ). Und so konnte immerhin auch ich der grausigen Roquefortoptik entkommen.
Orientiert habe ich mich an meinen Oliven-Parmesan-Crackern – und ich muss sagen: Die hier sind NOCH besser, die hier sind die leckersten und würzigsten Cracker, die ich je gemacht habe. Ganz, ganz toll! Zwar eindeutig „aromatisch“, aber das passt hier irgendwie. Man könnte fast annehmen, hier seien künstliche Geschmacksverstärker im Spiel – is' aber nicht. Alles Natur.


Um die Cracker ein wenig besonders aussehen zu lassen, habe ich noch in jeden einzelnen ein wenig schwarzes Hawaiisalz gedrückt. Das Salz kam ebenfalls aus der Metro-Tüte und hat bei mir für ausgiebiges Frohlocken (und vielleicht sogar ein kleines Glückstränchen) gesorgt:  Ich liebe Salz. Ich muss immer und überall – vor allem im Ausland – Salz kaufen, sei's nur um der schönen Verpackung Willen. Mittlerweile tummeln sich in meinem Küchenschrank neben ordinärem Jodsalz auch grobes und feines Meersalz, Kräutersalz, Fleur de Sel, Zitronensalz, Rosmarinsalz, Chilisalz, Rauchsalz – und jetzt aben auch noch dieses schwarze, knusprige Hawaiisalz. Mir gefällt das sehr gut! Habt ihr auch  so komische Sammelticks?