2012/10/27

Neuer Kartoffelliebling: Crash Hot Potatoes


Die Crash Hot Potatoes sind eine Zeitlang mal durch alle möglichen Blogs gewandert. Ich habe mir die Idee gemerkt, bin aber lange nicht dazu gekommen, es mal selbst auszuprobieren. Erst im Urlaub, als Kartoffelreste zu verwerten waren, erinnerte ich mich wieder daran. Und habe mich direkt verknallt: Crash Hot Potatoes schmecken einfach super!
Mich haben sie irgendwie an Bratkartoffeln erinnert, dabei sind sie viel fettärmer, doch ungleich aromatischer. Und es gibt unendlich viele Variationen zu entdecken. Dies hier ist nur die Basic-Nummer, aber mir schweben da schon einige Ideen im Kopf herum: Kräuter- oder Zitronenöl zum Einpinseln benutzen, mit Chiliflocken bestreuen, mit Ziegenkäse und Honig überbacken und so weiter. Ich will das jetzt immer haben!

Was wir dabei gegessen haben? Zuerst Ratatouille. Beim zweiten Mal Bohnensalat. Ich denke, Crash Hot Potatoes passen irgendwie zu allem.
Am besten verwendet man kleine, festkochende Frühkartoffeln – andere sollten aber auch kein Problem sein.

Crash Hot Potatoes
für 2 Portionen als Beilage

Zutaten 
400 g Kartoffeln 
Olivenöl 
Meersalz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung
Die geputzten, aber ungeschälten Kartoffeln in Salzwasser bissfest garen. 
Anschließend ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Kartoffeln auf das Blech legen und mit einem Kartoffelstampfer leicht zerdrücken. Bei der Pioneerwoman gibt's auch noch mal Step-by-Step-Bilder dazu – damit ihr kein Püree fabriziert. 
Die Kartoffeln anschließend mit gutem Olivenöl einpinseln und großzügig mit Salz und Pfeffer würzen.

Auf oberer Schiene im Ofen bei ca. 200 °C ca. 20-25 Minuten goldbraun backen.

2012/10/21

Kürbisparfait mit Balsamico-Sirup


Mittlerweile ist es für mich jedes Mal ein kleines Fest, wenn ich kurz davor bin, einen Blogpost online zu stellen. Ihr ahnt es schon: Meine Internet- und Telefonprobleme halten an. Seit nunmehr fast zwei Monaten bin ich mehr oder weniger „ohne“ – dass so etwas heutzutage noch möglich ist, unglaublich. Seit letzter Woche haben wir in der Sache sogar einen Profi eingeschaltet, weil Vodafone jegliche Reaktion auf unsere Anrufe und Einschreiben verweigert. Natürlich ist der Laden für uns gestorben, doch gerade deswegen wird es wohl noch länger dauern, bis hier alles wieder seinen geregelten Gang geht. Das ist es mir allerdings wert, ich lass mich doch nicht verar... ihr wisst schon.
Besonders schade ist aber, dass ich nur noch sehr wenig von meiner Blogroll mitbekomme. Auch auf die vielen Kommentare, die im Moment reinkommen, kann ich nur verzögert reagieren – seid aber versichert: Ich freue mich über jeden einzelnen ganz besonders. 
So, genug geschwafelt, ab zum Futter:

Seit ich Parfait für mich entdeckt habe, ist der Wunsch nach einer „richtigen“ Eismaschine eigentlich kaum noch präsent. Schnell, variabel und gut planbar – ein Parfait ist ideal, wenn Gäste ins Haus stehen. Diese Version mit Kürbis schmeckt ein bisschen nach Plätzchenteig – und hat so bei mir natürlich voll ins Schwarze getroffen. Auf den Balsamicosirup kann ich ehrlich gesagt verzichten. Die Menge ist auch irgendwie... übertrieben? Beim dazugehörigen (übrigens ziemlich hässlichen) Rezeptbild liegt eine Scheibe Eis auf einem See von Sirup. Ich weiß wirklich nicht, wie man das essen soll. Schließlich ist die Hauptzutat immer noch Essig, der Sirup somit säuerlich und übertüncht den zart-süßen Geschmack des Parfaits völlig. Deswegen werde ich das Parfait zukünftig lieber mit einem Hauch (!) Schokoladen- oder Nusssirup servieren. Aber das ist natürlich Geschmackssache, und deswegen haue ich euch das Original mit hier rein. Aber hört auf meine Worte: Balsamicosirup ist was für extravagante Münder.

Noch eine Anmerkung: Im Original wird die Menge hier für 6 Portionen angegeben. Bei mir hat's aber locker für 10 gereicht. Da sich das Parfait aber hält, kann man ruhig etwas großzügiger planen. Auch an den Zutaten habe ich herumgeschraubt, nichts Neues also.


Kürbis-Parfait mit Balsamico-Sirup
für 10 Portionen

Zutaten
für das Parfait 
350 g Hokkaid
100 g Rohrzucker
1 EL Zitronensaft
2 Eiweiß
200 ml Sahne 

für den Sirup
60 g Zucker
120 ml Aceto Balsamico

Zubereitung
Den Kürbis schälen und auf der Gemüsereibe reiben. Mit Zucker und Zitronensaft aufkochen. Einige Minuten weich kochen, dann pürieren und völlig auskühlen lassen. Eiweiße und Sahne schaumig schlagen. Eine Kastenform (ca. 24 cm lang) mit Frischhaltefolie auslegen. Alle Zutaten mit dem Kürbismus verrühren und in die Form füllen. Die Kürbismasse zugedeckt 12 Std. oder über Nacht durchfrieren lassen.

Für den Sirup den Aceto Balsamico mit dem Zucker bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten einkochen lassen, bis er – klar! – leicht sirupartig ist. Auskühlen lassen.

Zusammen mit z. B. Haselnuss- oder Kürbiskernkrokant servieren.

Quelle

2012/10/07

Pistazien-Financiers mit Mohn und brauner Butter


Ich habe ein schlechtes Gewissen. Ehrlich.
Denn vor einiger Zeit – wann war das? Juni? Juli? – gewann ich bei Kirsten ein Kochbuch, ein wirklich tolles Kochbuch sogar: La Tartine Gourmande von Béatrice Peltre.
Ich freute mich tierisch, als das Paket kam, ich bedankte mich artig und schwor natürlich, schon ganz bald etwas daraus zu kochen.
Dann entwickelte sich meine weitere Lebensplanung von jetzt auf gleich in eine ganz andere Richtung, die den Alltag vorübergehend auf den Kopf stellte und schwupps... 
Ich hoffe, liebe Kirsten, du bist mir nicht böse. Du weißt ja auch, worum es ging und ich kann mittlerweile verkünden: Alles hat sich prächtig entwickelt und ich bin sehr glücklich.

Mittlerweile habe ich auch geschafft, anlässlich eines Geburtstags etwas aus dem Buch zu backen: DieWahl fiel auf die „brown butter pistachio and poppy seeds financiers“.
Die Dinger sind wirklich eine Wucht, was man ihrem Äußeren leider nicht ansieht. Ich war ein wenig enttäuscht von der Optik, aber bei der ersten Kostprobe war das ganz schnell vergessen: Weich, zart, saftig, sehr nussig-aromatisch und durch den Mohn leicht knusprig. Eine Premiere für mich: Ich habe vorher noch nie Butter gebräunt und war überrascht von dem intensiven Geschmack, den sie dabei entwickelt. Wirklich toll.

Auf der Geburtstagsfeier waren die äußerlich unspektakulären aber köstlichen Kuchen der Renner. Wobei natürlich die Fragen, was genau ein Financier denn nun sei, nicht ausblieben.
Meine wissenschaftlichen Recherchen – die auf seriösen Quellen wie Wikipedia und Kochblogs beruhten – kamen zu folgendem Ergebnis: Financiers beinhalten meistens Mandelmehl, gehackte oder gemahlene Mandeln oder wenigstens Mandelaroma. Am häufigsten werden sie in kleinen, rechteckigen Förmchen gebacken, stinknormale Muffinsformen sind aber auch kein Problem. Außerdem ist gebräunte Butter ein „distinctive feature“. Alles klar? Allerdings habe ich nun schon mehrere Financier-Rezepte gesehen, die ohne gebräunte Butter ausgekommen sind. Also... keine Ahnung, was nun DAS Kriterium für ein Financier ist. Schlaumeier und Besserwisser sind also herzlich dazu eingeladen, einen Kommentar zu hinterlassen und mich aufzuklären.


Pistazien-Financiers mit Mohn und brauner Butter
für 8 Stück

Zutaten 
90 g geschälte Pistazien
100 g Butter
5 Kardamom-Kapseln, die Samen davon
1 Vanilleschote, das Mark davon
60 g Speisestärke
2 TL Mohn
100 g Rohrzucker
1/2 TL Salz
4 Eiweiß

Zubereitung
Den Ofen auf 180 °C vorheizen. 8 Mulden eines Muffinblechs mit Papierförmchen auslegen und beiseite stellen.
Die Pistazien mit einer Kaffeemühle o. ä. ganz fein mahlen. Eiweiß steif schlagen. Beides beiseite stellen.
Bei mittlerer Hitze die Butter in einem Topf schmelzen und bräunen lassen – dabei gut aufpassen, dass die Butter nicht verbrennt. Den Topf vom Herd nehmen, die Kardamomsamen und das Vanillemark zufügen und 10 Minuten abkühlen lassen.

In einer Schüssel Stärke, Pistazien, Mohn, Zucker und Salz vermischen. Eischnee unterheben. Dann die gebräunte Butter zufügen und fix unterrühren.

Den Teig in die Muffinförmchen gießen. Im Ofen auf mittlerer Schiene ca. 20 Minuten backen – Stäbchenprobe nicht vergessen. Anschließend außerdem des Ofens komplett auskühlen lassen.

Quelle
leicht abgewandelt nach Béatrice Peltre – La Tartine Gourmande: Recipes for an Inspired Life